Arthrose (Gelenk-Verschleiss)

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die Krankheit Arthrose vorstellen. Sie erfahren, was man unter Arthrose versteht, welche Bedeutung sie für unsere Gesellschaft hat. Es wird erläutert, wie ein Gelenk aufgebaut ist, wie Arthrose entsteht, verläuft und wie sie behandelt werden kann. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

Was versteht man unter Arthrose?

Arthrose (aus dem Griechischen: "arthros" = Gelenk) ist ein Zerstörungsprozess, bei dem der Gelenkknorpel beschädigt wird bzw. verloren geht. Dieser Vorgang kann in den großen Gelenken (z.B. Knie- und Hüftgelenken => Gonarthrose / Coxarthrose) aber auch in den kleinen Gelenken (z.B. Finger- und Wirbelgelenken => Poly- / Spondylarthrose) stattfinden.

Epidemiologie:

Die Arthrose ist eine Volkskrankheit. Laut einer Publikation der Universitätsklinik Heidelberg aus dem Jahre 2005 leiden 11,5% aller 30-39 Jährigen und 50% aller 70-79 Jährigen unter den Symptomen der Erkrankung.  In Deutschland erkrankt sind ca. 35 Millionen Menschen. Durch die steigende Lebenserwartung und damit Veränderung der Altersstruktur der Bundesrepublik sind immer mehr Menschen von dieser Krankheit betroffen.

Laut Bundesministerium für Gesundheit werden die daraus resultierenden Kosten in der BRD auf 3,5 - 5,4 Milliarden €/Jahr geschätzt.

Aufbau des Gelenks:

Gelenke sind die dynamischen Verbindungen unserer Knochen. Sie bilden die Grundlage jeder Bewegung des Körpers.

Die Knochenenden sind mit einer Knorpelschicht bedeckt. Diese weist einerseits elastische Eigenschaften auf, um damit Druck- und Stoßbelastungen auffangen zu können. Andererseits besitzt sie eine glatte Oberfläche, die einen nahezu reibungsfreien Bewegungsablauf der Gelenkpartner ermöglicht. Als "Schmierung" für diesen Gleitvorgang produziert die Gelenkinnenhaut Gelenkflüssigkeit, die die Knorpeloberfläche benetzt.

Wie entsteht eine Arthrose?

Im Rahmen der Arthroseentstehung nutzt sich dieser Knorpelbelag zunehmend ab. Dieser Prozess kann je nach Ursache punktuell oder auch auf der gesamten Gelenkoberfläche entstehen. Dabei verändert der Knorpel zunächst seine Struktur und es entsteht eine Knorpelerweichung, auch Chondromalazie genannt (Grad I). Im weiteren Verlauf bricht der Knorpel auf und verliert dabei seine glatte Oberfläche und somit an Gleitfähigkeit (Grad II). Es bilden sich Krater im Knorpel (Grad III), so dass im Endstadium der Erkrankung der darunter liegende Knochen komplett freiliegt (Grad IV). 

Als Ursachen kommen in Betracht:

  • Genetisch bedingt schlechte Knorpelqualität

  • Mangelernährung

  • Fehl- und Überbelastungen

  • Fehlstellungen der Gelenke

  • Unfall-bedingte Knorpelverletzungen

  • Knorpelzerstörende Erkrankungen wie z.B. Rheuma

Verlauf der Erkrankung und Folgen:

Im Verlauf der Arthroseentstehung bildet der Knochen Wucherungen (Exophyten), die die Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes zunehmend einschränken. Die Gelenkinnenhaut wird gereizt und schwillt an. Durch diese Vorgänge deformiert sich das Gelenk schließlich sichtbar.

In Phasen der so genannten Aktivierung - z.B. ausgelöst durch eine Überbelastung - kommt es zu einer massiven Reizung, die Gelenkinnenhaut produziert zuviel Gelenkflüssigkeit, das Gelenk schwillt an und schmerzt stark. Diese Vorgänge werden von verschiedenen Botenstoffen gesteuert, wie wir aus neueren molekularbiologischen Untersuchungen wissen.

Behandlung der Arthrose:

Wir unterscheiden verschiedene Therapie-Konzepte, die abhängig vom Stadium der Arthrose und den subjektiven Beschwerden sorgfältig ausgewählt werden müssen. Zum Teil dienen sie nur der Beschwerdelinderung, zum Teil richten sie sich direkt gegen die Ursachen und mechanischen Folgen der Arthrose. Prinzipiell unterscheidet man:

  • Konservative Behandlungsverfahren:

    • Salben

    • Verbände (z.B. Tape, Zinkleim)

    • Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente

    • Gelenkinjektionen (z.B. Kortison zur Entzündungshemmung)

    • Physikalische Therapie (z.B. Reizstrom, Ultraschall, Magnetfelder)

    • Physiotherapie (Krankengymnastik zur Verbesserung der Gelenkfunktion)

    • Orthopädische Hilfsmittel (Bandagen, Orthesen, Einlagen, Schuhzurichtungen)

    • Akupunktur und TCM

  • Knorpelschutztherapie: [Orthopädische Praxis]

  • Operative Behandlungsverfahren:

    • Arthroskopie (Gelenkspiegelung mit Knorpel- bzw. Meniskusglättung)

    • Umstellungs-Operationen (Knochenoperation z.B. bei starken O-Beinen) 

    • Gelenkflächenersatz (Endoprothese, "Künstliches Gelenk")

Die Implantation einer Endoprothese ist die letzte aller Möglichkeiten, da hier die eigenen Gelenkflächen durch Metall- bzw. Kunststoff ersetzt werden müssen. Das Verfahren steht daher auf der letzten Stufe der Therapie-Leiter und sollte nur zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden und dennoch die gewünschte Lebensqualität nicht wiederherzustellen war. Hier sollte ein strenger Maßstab angelegt werden. 

Wenn aber ein schmerzfreies Gehen nicht mehr möglich ist, der Nachtschlaf nachhaltig gestört wird und alltägliche Verrichtungen wie Körperpflege nur noch unter Schmerzen stattfinden, stehen Operationsrisiko, Rehabilitationsaufwand und die auf durchschnittlich 10-15 Jahre begrenzte Haltbarkeit der Endoprothesen in einem angemessenen Verhältnis zur Verbesserung der Lebensqualität.

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